Aktuelles

12.11.2013

Ein großes Anliegen ist mir, an die Budgetierung der Heilmittelverordnungen zu erinnern, wobei man nicht jedem unruhigen oder unkonzentrierten Kind Ergotherapie und auch nicht jedem Kind mit einer Sprachauffälligkeit Logopädie verschreiben kann, da die Störung zur Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse eine ERHEBLICHE sein und KRANKHEITSWERT haben muss. Natürlich wäre eine großzügige Verordnung schön, hält aber den Prüfungen der Kassenärztlichen Vereinigung / der Krankenkassen nicht stand und muss dann im Nachhinein vom verordnenden Arzt/der verordnenden Ärztin im Regressverfahren selbst getragen werden. Ich bitte um Verständnis, dass wir Kinderärzte uns an die strikten Vorgaben halten müssen.

27.09.2013

Der Grippeimpfstoff ist da!

Die echte Grippe ist eine virale Infektionskrankheit, die Menschen jeden Alters betrifft und in jährlichen Epidemien auftritt. Die Viren werden in bestimmte Untergruppen eingeteilt (Influenza A und B mit verschiedenen Stämmen) und durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch, auch indirekt über kontaminierte Oberflächen auf Hände und Schleimhäute übertragen.  Meistens verläuft die Erkrankung als außergewöhnlich starke Erkältung mit plötzlichem hohen Fieber, Schnupfen und Husten sowie heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Die Inkubatioszeit beträgt 1-2 (-4) Tage. Die Ausscheidungsdauer 3-7 Tage nach Krankheitsbeginn, bei schweren Verläufen und immungeschwächten Personen zum Teil länger. Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen sind relativ häufig (bis zu 30%); lebensbedrohliche Verläufe (Herzbeteiligung, Kreislaufversagen) treten gelegentlich bei Kindern und Erwachsenen mit chronischen Grunderkrankungen und im fortgeschrittenen Alter auf. Manchmal sind schwerste Verläufe allerdings auch bei vorher Gesunden zu beklagen. Die auf die Grippe zurückzuführenden Todesfälle in der Deutschland bewegen sich zwischen 2000 bis 18.000 (im Winter 08/09) pro Saison!!!

Im letzten Winter (ab Ende Dezember bis Mitte März) hatten wir eine der stärksten Grippewellen der letzten Jahre. In der Saison 2012/2013 gingen auf das Konto der echten Grippe insgesamt 32.000 Krankenhausaufenthalte und 4,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für die Eltern an Grippe erkrankter Kinder. Diese Zahlen sind dem Saisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch-Instituts zu entnehmen.

Viele Schulkinder unserer Praxis waren wochenlang nicht in der Schule und viele Klein- und Kindergartenkinder waren bis Mai immer wieder durch fortlaufende Infekte krank. Diese hatten häufig ihren Ursprung in der anfänglichen Influenza mit nachfolgend empfindlichen Atemwegen, die sprichwörtlich jeden Infekt „mitgenommen“ haben. Auch der erheblich „dunklere Winter“ hat nach den wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem oft quälend langen „Infektwinter“ 2012/13 beigetragen.

In den USA wird zur Impfung von Säuglingen ab dem 6. Monat ausdrücklich „ermutigt“, die ständige Impfkommission STIKO hat sich für Deutschland bislang nicht dazu entschieden.  Ich persönlich empfehle die Grippeschutzimpfung bei allen Kindern und Eltern und besonders dringend bei chronisch Kranken und Kindern mit empfindlichen Atemwegen. Kinder mit Gruppenbetreuung im jungen Alter (Krippe und Kindergarten) sind allgemein besonders infektionsgefährdet. Kinder mit Schulstress und langen Schulstunden zum Beispiel im G8-Modus sind oft nicht viel an der frischen Luft und durch längere Fehlzeiten in der Schule bei der Influenza erhöht sich, nach den Erfahrungen der letzten Jahre, erheblich der Stress für die ganze Familie.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen als Eltern, ich berate und unterstütze Sie gerne. Bitte denken Sie auch an die Vitamin-D-Prophylaxe in den Wintermonaten und eine vitaminreiche Ernährung in der Infektzeit. Wie die meisten Eltern schon wissen, können wir Ihnen eine homöopathische Impfbegleitung empfehlen, die die Impfreaktion abfedern hilft.

Weitere Informationen zur Grippe (Influenza) und Grippeschutzimpfung sind abrufbar unter: www.rki.de/impfen sowie www.stiko.de.

Die Grippeschutzimpfung kann jeder, der für sich und/oder seine Kinder das Erkrankungsrisiko verringern möchte, zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen.

Die Impfung mittels Pieks schützt zu 70-90% vor der Grippe, insbesondere vor deren Komplikationen. Sie muss jährlich im Herbst wiederholt werden.

Seit letztem Jahr gibt es in Deutschland den nasalen Grippeimpfstoff „FLUENZ©“, bei dem lebende, abgeschwächte Grippeviren in der Nase einen Minischnupfen auslösen und eine lokale Abwehrbarriere errichten gegen die gefährlichen Verwandten. Diese Impfviren sterben bei normaler Körpertemperatur ab, können also keine schweren Allgemeinerkrankungen auslösen. Zur Sicherheit gilt bei FLUENZ© wie bei allen anderen Lebendimpfungen, dass besonders immungeschwächte Personen, zum Beispiel nach/ unter Chemotherapie nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden dürfen.

Der nasale Grippeimpfstoff wird mit einem Nasenspray in jedes Nasenloch gesprüht, riecht nicht schlecht und brennt nicht. Er ist besonders bei 2-6Jährigen zu empfehlen. In diesem Lebensalter ist die Schutzwirkung durch die Pieksimpfung nicht so gut (eher 50-80%). Daher erstattet in diesem Alter auch die gesetzliche Krankenversicherung diesen etwas teureren Impfstoff. Ab 6 wird nur der Pieksimpfstoff bezahlt. Auf Wunsch können Sie den nasalen Impfstoff als individuelle Gesundheitsleistung dennoch für Ihr Kind kaufen (Kosten ca. 23 €).

Privatversicherte bekommen in der Regel zwischen 2-17 Jahren sowohl die nasale Lebendimpfung wie auch die klassische Pieksimpfung von ihrer Krankenkasse erstattet.

01.07.2013

Liebe Eltern! Endlich ist es soweit! Pusteblume goes online! Auf unserer Internetseite erhalten Sie neben den üblichen Informationen zu unserem Praxisangebot, unseren Räumen und unserem Team Informationen, Tipps und Infos über Ihr hoffentlich gesundes oder bald wieder gesundes Kind. Das Internet hält eine Fülle ungefilterter Informationen bereit, welche sicher oft gute Hilfestellung, aber auch so manches Mal große Verwirrung bringen können oder für den medizinischen Laien nicht immer verständlich und lebensnah dargestellt werden. Fernziel ist es, Ihnen und Euch zu allen in der Praxis regelhaft vorkommenden Erkrankungen und Massnahmen- zum Beispiel die Ansteckungsgefahr bei Ringelröteln oder die richtige Inhalationstechnik bei Asthma- so zu vermitteln, wie Sie/ Ihr es in meiner Praxis gewohnt sind/ seid. So kann das Gehörte nochmals nachgelesen oder Unsicherheiten und Angst vermieden werden.

Sie sind der Leuchtturm ihres Kindes in bewegter See und wir wollen Sie darin so gut und umfassend wie möglich unterstützen.

Ihre Dr. Miriam Le Goff und Praxisteam