Spezielle Impfungen

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Viruserkrankung, die häufig auf Auslandsreisen erworben wird. Die Viren werden durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Infektion führt zu einer Leberentzündung, die mit Gelbsucht einhergeht. Bei Kleinkindern verläuft die Infektion meistens als harmlose Durchfallerkrankung. Ab dem Schulalter sind schwere Krankheitsverläufe bekannt, die in seltenen Fällen tödlich enden können. Chronische Infektionen werden nicht beobachtet. Die Impfung bietet einen zuverlässigen Schutz.

Da es sich um eine vorbeugende Maßnahme für Auslandsreisen handelt, muss der Impfstoff auf Privatrezept verordnet und in der Apotheke besorgt werden (Impfstoffkosten ca. 60 € + Impfstoffgabe in der Praxis 20 €). Bitte informieren Sie sich für die Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse.

Impfschema:

  1. Impfung
  2. Impfung: 6 bis 12 Monate später

Auffrischung alle 10 Jahre!

Zeckenschutzimpfung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die FSME wird durch ein Virus verursacht, welches durch Zecken übertragen wird. Die Erkrankung kommt nur in bestimmten Risikogebieten vor – aktuell betrifft es die Gebiezte südlich des Mains.

1 von 600 bis 2000 Zeckenstichen führt zur Infektion. Die meisten Erkrankungen sind harmlos. In 3% bis 5% (Kleinkinder) bzw. 20% (Jugendliche und Erwachsene) der Fälle kommt es aber zu einer Gehirnbeteiligung. Daraus können sich Komplikationen wie Hirnentzündung und Nervenlähmungen entwickeln. Es gibt keine Therapie gegen FSME-Viren. Die Impfung bietet zuverlässigen Schutz vor der FSME.

Bei Hühnereiweißallergie darf sie nicht gegeben werden. Der Impfstoff ist für Kinder ab einem Jahr zugelassen.

Impfschema:

  1. Impfung
  2. Impfung: 4 bis 6 Wochen später
  3. Impfung: 6 bis 12 Monate nach der Erstimpfung

Erste Auffrischung nach 3 Jahren, dann alle 5 Jahre!

Influenza (Grippe)

Die echte Grippe ist eine virale Infektionskrankheit, die Menschen jeden Alters betrifft und in jährlichen Epidemien auftritt. Die Viren werden durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch, ausnahmsweise auch von Tieren (Geflügel) auf Menschen übertragen. Meistens verläuft die Erkrankung als außergewöhnlich starke Erkältung mit hohem Fieber, Schnupfen und Husten sowie heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen sind relativ häufig (bis zu 30%); lebensbedrohliche Verläufe (Herzbeteiligung, Kreislaufversagen) treten gelegentlich bei Kindern und Erwachsenen mit chronischen Grunderkrankungen und im fortgeschrittenen Alter auf. In den USA wird zur Impfung von Säuglingen ab dem 6. Monat ausdrücklich „ermutigt“, die ständige Impfkommission STIKO hat sich für Deutschland bislang nicht hierzu entschieden. Die Grippeschutzimpfung kann jeder, der für sich oder seine Kinder das Erkrankungsrisiko verringern möchte, zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen. Die Impfung schützt zu 70-90% vor der Grippe, insbesondere vor deren Komplikationen. Sie muss jährlich im Herbst wiederholt werden.

Impfschema:

jährliche Impfung im Herbst

bei Kindern unter 3 Jahren (Erstimpfung gegen Grippe) muss zweimal eine halbe Dosis im Abstand von 4 Wochen verabreicht werden!

HPV-Viren (Gebärmutterhalskrebs)

Das Zervixkarzinom gehört zu den wenigen bösartigen Tumoren, die vor allem durch Viren ausgelöst werden. Im November 2006 ist der weltweit erste Impfstoff zur Verhütung dsr Gebärmutterhalskrebs in Deutschland zugelassen worden. Humane Papillomviren (HPV) werden vor allem durch intimen Genitalkontakt übertragen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 6500 Frauen, 1800 sterben. Der Impfstoff verhindert eine Besiedlung des Genitaltrakts mit den besonders gefährlichen HPV-Typen 16 und 18, damit können in Zukunft ca. 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden. Die Impfung erfolgt am besten in der Vorpubertät, vor Aufnahme sexueller Kontakte. Es sind 3 Injektionen erforderlich.

Impfschema 9 bis 14 Jahre:

  1. Impfung
  2. Impfung: 6 Monate nach der Erstimpfung

 

Impfschema ab 14 Jahren:

  1. Impfung
  2. Impfung: 2 Monate nach der Erstimpfung
  3. Impfung: 4 Monate nach der Zweitimpfung

Eine Auffrischung ist nicht notwendig!