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Aktuelles

Hygieneempfehlung zur Infektionsbekämpfung
(Eintrag vom 28.02.2020)

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in der Praxis die Hygiene an erste Stelle setzen. Dies bedeutet, dass Sie bitte Beschäftigungsmaterial für die Wartezeiten und Gummibärchen selbst mitbringen, wir kümmern uns im Verlauf um eine einzeln verpackte Alternative :-).

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, bitten wir Sie dringend, sich immer telefonisch bei uns anzumelden.  Bitte lassen Sie Ihre akut erkrankten Kinder vorerst im Auto und melden sich einzeln bei uns an. Vergessen Sie bitte nicht, bei uns vor Betreten der Anmeldung sich und Ihren Kindern vorne links am Eingang die Hände zu waschen.

 Hygienemaßnahmen und Gesundheitsförderung im Alltag:

  • Regelmäßiges Händewaschen ca. stündlich und Händedesinfektion bei Unerreichbarkeit eines Waschbeckens, zum Beispiel nach Verlassen öffentlicher Verkehrsmittel oder öffentlicher Gebäude.
  • Nicht ins Gesicht fassen bzw. Hände waschen danach, Handtücher zuhause personenbezogen, in der Öffentlichkeit nur Einmalpapier verwenden.
  • Abstand lassen zum Mitmenschen, auf Umarmungen, Küsschen und Händedruck zur Begrüßung verzichten.
  • In den Ellenbogen husten, nicht in die Hand.
  • Papiertaschentücher in der Toilette oder geschlossenen Mülleimern entsorgen, Stofftaschentücher vermeiden.
  • Vermeiden von Großveranstaltungen, Indoorspielhallen, Spaßbädern und unnötigen Reisen in besonders von Coronavirus betroffenen Regionen.
  • Bitte überlegen Sie sich gut, ob Eingewöhnung in Krippe und Kita jetzt wirklich unbedingt vordringlich notwendig ist oder ob man ein gerade so genesendes Kind schon wieder in die Betreuung geben muss.
  • Legen Sie Wert auf eine gute Hygiene in den Betreuungseinrichtungen und fordern auch dort eine regelmäßige Händehygiene (Händewaschen) ein.
  • Regelmäßiges Bewegen in frischer Luft und gesunde Ernährung sowie Vitamin D 1000 IE/Tag.
  • Vermeiden Sie das Rauchen in der Wohnung, gehen Sie auf die Straße oder in den Garten. Das offene Küchenfenster reicht nicht!

Anbei einige Informationen zu Coronavirus, der sich nun in Europa auf dem Vormarsch befindet. Unten stehende Links erhalten umfassende Informationen und werden stets aktualisiert.

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/09/Tabelle.html

Es ist sinnvoll, sich und die Kinder ohne einen Grippeimpfschutz gegen Influenza nachimpfen zu lassen, um eine Verwechslung mit dem Coronavirus zu vermeiden und die Gesamtwahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung zu senken. Grippeimpfstoff ist auf Nachfrage noch verfügbar, bitte melden Sie sich bei Interesse gerne bei uns.

An die Eltern: Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und lassen Sie Ihren Impfschutz entsprechend der aktuellen Empfehlungen vervollständigen und gegebenenfalls Influenza (Grippe) nachimpfen.

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Impfpflicht gegen Masern ab 1. März 2020
(Eintrag vom 14.01.2020)

Für Menschen in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen gilt ab 1. März 2020 eine Impfpflicht gegen Masern. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag am heutigen Donnerstag beschlossen. Damit will die Bundesregierung die Impfquote erhöhen und mittelfristig eine Elimination der Masern in Deutschland erreichen.

Das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) sieht vor, dass Eltern vor Aufnahme ihres Kindes in eine Kindertagesstätte (Kita) oder Schule nachweisen müssen, dass das Kind gegen Masern geimpft oder bereits immun ist. Auch Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenhäusern, die nach 1970 geboren sind, müssen dann geimpft sein oder ihre Immunität nachgewiesen haben.

Ohne Masernschutz nicht in die Kita! Ohne ausreichenden Masernschutz dürfen Kinder nicht in Kitas aufgenommen werden und Personal nicht in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen arbeiten.

Für Kinder, die bereits vor dem 1. März 2020 eine Kita oder Schule besuchen, sowie für Beschäftigte in entsprechenden Einrichtungen gilt eine Nachweisfrist bis zum 31. Juli 2021.

Quelle: https://www.kbv.de/html/1150_43061.php

Das Robert-Koch-Institut (RKI) / Ständige Impfkommission (STIKO) hat die berufsbedingte Impfempfehlung zu MMR und Varizellen angepasst und konkretisiert:

Die Nachweispflicht über einen ausreichenden Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) oder über eine Immunität gegen Masern gilt auch für Mitarbeitende in Kitas, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen, für Tagesmütter, für Bewohner und Mitarbeitende in Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünften (die jeweils nach 1970 geboren sind), Ärzte und deren Mitarbeiter/-innen, Sozialarbeiter, Schulküchen- und Hauswirtschaftspersonal, Altenpfleger, Krankenpfleger, OP-Pfleger etc.

Zur allgemein geltenden Standard-Impfempfehlung gelten für oben genannte Menschen folgende Vorschriften:

  1. Weibliche und männliche Personen, nach 1970 geboren, benötigen zwei dokumentierte Masern/Mumps/Röteln-Impfungen.
  2. Weibliche und männliche Personen SICHER ohne Varizellen- erkrankung in der Vergangenheit (ggf serologische Bestimmung) benötigen zwei Varizellen-Impfungen.

Die Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfungen (MMR) sind für Erwachsene zugelassen.  Ebenso die Varizellen-Einzelimpfstoffe. Es steht auch ein für Erwachsene zugelassener MMR-V-Kombinationsimpfstoff zur Verfügung.

Bitte schauen Sie in Ihren Impfpass! Tetanus und Diphterie muss alle 10 Jahre, Polio einmal und Pertussis (Keuchhusten) mindestens einmal im jungen Erwachsenenalter aufgefrischt worden sein, um einen sicheren Schutz zu bieten.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und lassen Sie Ihren Impfschutz entsprechend der aktuellen Empfehlungen vervollständigen.

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NEU! Versorgung mit Fluorid und Vitamin D
(Eintrag vom 12.12.2019)

Die Fluorid und Vitamin D-Prophylaxe für Säuglinge bis zu 12 Monaten wird nicht mehr durch das Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt, sondern es muss in der Apotheke gekauft werden.

Gesetzlich Versicherte bekommen die Fluor Vigantoletten oder Vigantoletten auf Kassenrezept aufgeschrieben  (je 1 Packung a 3 Monate) bis zum Alter von 12 Lebensmonaten.

Privat Versicherte bekommen entsprechende Privatrezepte und die Eltern klären die Erstattung mit ihrer jeweiligen Krankenkasse.

Kinder über 12 Monate sollten in den Wintermonaten (Oktober bis Ostern) mindestens 500 Einheiten Vitamin D pro Tag erhalten. Dieses ist z.B. als Osteofit mono D rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

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AUGEN-Untersuchung in Sekundenschnelle
(Eintrag vom 08.08.2019)

Wir erweitern unser Leistungsspektrum um eine wichtige Augenvorsorgeuntersuchung für unsere kleinen Patienten. Wir können nun auch bei unseren kleinsten Patienten (ab dem Alter von 5 Monaten, z.B. im Rahmen der U5) feststellen, ob sich die Augen altersgerecht entwickeln.

Dieser Test ist eine wichtige Ergänzung zu den  Ihnen bereits bekannten Sehtests mithilfe von Sehtafeln wie beim Augenoptiker/ Augenarzt, die aber erst im Vorschulalter durchführbar sind, da die Mitarbeit und das Sprachvermögen hier wichtige Voraussetzungen sind.

Es ist sehr wichtig, eine Sehschwäche bei einem Kind frühzeitig festzustellen, um eine passende Therapie einleiten zu können. Wird eine Sehschwäche nicht festgestellt, kann daraus eine lebenslange Sehschwäche eines oder beider Augen entstehen, die weder durch eine Brille noch durch Kontaktlinsen ausgeglichen werden kann. Wir verwenden hierfür den Plusoptix Vision Screener, welcher innerhalb von wenigen Sekunden nur durch Anschauen des lächelnden Gesichtes die Sehfähigkeit Ihres Kindes testen kann.

Da sich die Augen der Kinder mit dem Wachstum verändern und Sehfehler auch im Verlauf auftreten können, empfehlen wir mindestens eine zweite Messung im Alter von 2 Jahren (zum Beispiel im Rahmen der U7). Im Prinzip ist der Plusoptix Test in jedem Alter möglich und bei bisher nicht augenärztlich betreuten Kindern auch sehr sinnvoll. Auch bei einem normalen Plusoptix-Test kann ein Mikroschielen oder eine seltene Erkrankung des Auges vorliegen. Deshalb wird der Test mindestens einmal wiederholt, zum Beispiel bei der Erstuntersuchung mit 6 Monaten dann im Alter von ca. 2 Jahren oder bei Erkrankungen eines oder beider Elternteile oder von Geschwistern wird in jedem Fall nach dem Test zu einem Augenarztbesuch mit weitgetropften Pupillen geraten, weil nur die fachärztliche Untersuchung eine Sehschwäche wirklich zu 100 Prozent ausschließen kann.

Bitte sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Ihr Kind mit dem Plusoptix Vision Screener untersucht haben wollen. Auch für ältere Kinder und bisher normalsichtige Erwachsene bietet der Test die wichtige Information, ob ein Augenarztbesuch in nächster Zeit oder gar dringend sinnvoll ist.

Leider übernehmen bislang nicht alle Krankenkassen die Kosten für diese sinnvolle Untersuchung, sodass wir Ihnen die Kosten von 25 Euro privat in Rechnung stellen. Sie können Ihre Rechnung bei Ihrer Krankenkasse einreichen, viele Kassen erstatten zumindest einen Teilbetrag

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STIKO empfiehlt HPV Impfung für Jungs
(Eintrag vom 07.08.2018)

Dieses Jahr hat die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) die Impfung gegen Humanes Papillomvirus (HPV) auch für Jungs empfohlen. Das Bestmögliche Impfalter ist wie bei den Mädchen 9 bis 13 Jahre, da in diesem Alter das Immunsystem des Menschen am stärksten ist und somit nur 2 statt der früher empfohlenen 3 Impfungen notwendig sind. Für weitere Informationen können Sie sich gerne an uns wenden.

Nachtrag: Seit Sommer 2019 kann die Impfung für alle Mädchen und Jungen bis zum 18. Geburtstag über die Krankenkassenkarte abgerechnet werden.

https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2018/07_2018.html

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Zur neuen Schutzimpfung gegen Meningokokken B
(Eintrag vom 26.09.2014)

Meningokokken sind Bakterien (Neisseria meningitidis). Man unterscheidet bisher mindestens 13 verschiedene Serogruppen. Die Serogruppen A, B, C, W₁₃₅ und Y sind für die Menschen gefährlich und weltweit für Epidemien verantwortlich. In Deutschland sind die Erkrankungszahlen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, aber immer noch erkranken jedes Jahr etwa 300 – 400 Menschen an einer schweren Meningokokken-Infektion, in der Mehrheit Säuglinge (besonders in den ersten 6 Lebensmonaten) und Kleinkinder. Seit 2006 wird die Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder und Jugendliche ab dem 1. Lebensjahr bis zum 18. Geburtstag empfohlen. Etwa 20 – 30% der Erkrankungen in Deutschland von der Serogruppe C werden, etwa 70% von der Serogruppe B verursacht. Gegen diese Serogruppe gibt es seit Herbst 2013 nun erstmals in Europa einen Impfstoff (Handelsname Bexsero).

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch mit der Atemluft übertragen (Tröpfcheninfektion). Sie können verschiedene invasive (den gesamten Organismus betreffende) schwere Krankheitsbilder auslösen, am häufigsten sind die eitrige Meningitis (Hirnhautentzündung) und die lebensbedrohende Sepsis (Blutvergiftung). Die Meningitis beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Erbrechen, starken Kopfschmerzen und Nackensteife. Auch Krämpfe und Lähmungen können auftreten. Allerdings kann man zunächst den falschen Eindruck haben, es handele ich um eine normale Erkältung. Bei sehr jungen Kindern sind die Symptome meist weniger charakteristisch. Septische, dass heisst den Körper überrennendeErkrankungen sind häufig und verlaufen ähnlich wie eine Meningitis, sind jedoch meist durch einen dramatischen Krankheitsverlauf gekennzeichnet. Hautblutungen sind Hinweis auf einen schweren invasiven Krankheitsverlauf, dabei kann der Tod schon innerhalb weniger Stunden eintreten. Entscheidend bei einem Verdacht auf eine invasive Meningokokken-Erkrankung ist die unverzügliche intensivmedizinische Behandlung; ggf. sollte noch vor der Krankenhauseinweisung eine Antibiotikabehandlung  eingeleitet werden.  Auch eine rechtzeitig begonnene Behandlung kann den Tod oder schwere Dauerschäden (Schäden des Nervensystems, Hörverlust, Amputationen als Folge von schweren Gewebsschädigungen) nicht immer verhindern. Es sterben noch immer fast 10% der Erkrankten. Viele bleiben behindert (Taubheit, Gliedmassenamputation, Blindheit, Intelligenzdefekte). Eine Schutzimpfung ist die entscheidende vorbeugende Maßnahme.

Der neue Impfstoff gegen die Serogruppe B ist ein so genannter Proteinimpfstoff. Er wird nach einem innovativen Verfahren, der rekombinanten DNA-Technologie, hergestellt und enthält 4 Antigene aus dem Erbgut des Erregers, die für die meisten Meningokokken-B-Erkrankungen weltweit verantwortlich sind.

Der Impfstoff schützt ausschließlich gegen Infektionen mit Meningokokken der Serogruppe B. Er ist für alle Altersgruppen ab 2 Lebensmonaten geeignet.

Wie auch bei Konjugatimpfstoffen sind bei jüngeren Kindern mehr Impfungen nötig als bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Je nach Alter werden bis zu 4 Impfungen verabreicht:

Säuglinge (2 – 5 Monate): 3 Impfungen im Abstand von mindestens 1 Monat, eine 4. Impfdosis im 2. Lebensjahr

  • Kinder von 6 – 11 Monaten: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 2 Monaten, eine 3. Impfdosis im 2. Lebensjahr (Mindestabstand zur letzten Impfung 2 Monate)
  • Kinder von 12 – 23 Monaten: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 2 Monaten, eine 3. Impfung wird im Abstand von 12 – 23 Monaten gegeben
  • Kinder von 2 – 10 Jahren: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 2 Monaten
  • Jugendliche (ab 11 Jahre) und Erwachsene (Für die Altersgruppe der über 50-Jährigen liegen keine Daten vor): 2 Impfungen im Mindestabstand von 1 Monat

Der Impfstoff wird in den Muskel gespritzt. Über die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen und die Dauer der Impfschutzes liegen noch keine Daten vor, es werden aber laufend die Impfantworten der ersten geimpften Probanden kontrolliert, um eine eventuelle Notwendigkeit von Auffrischimpfungen rechtzeitig zu erkennen. Eventuell wird es im Jugend- oder Erwachsenenalter Ihres Säuglings/ Ihres Kindes eine Empfehlung zu einer Auffrischung der Impfung geben.

Die Schutzimpfung gegen Menigokokken B kann zeitgleich mit einer anderen Einzel- oder Kombinationsimpfung (z.B. gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Tyb b, Poliomyelitis, Hepatitis B, Pneumokokken mit Konjugatimpfstoff (Prevenar), Masern, Mumps, Röteln und Varizellen) verabreicht werden, allerdings an verschiedenen Stellen (z.B. rechter und linker Oberarm); die Wirksamkeit wird bei einer gleichzeitigen Impfung nicht negativ beeinflusst, jedoch kann kurzzeitig etwas Fieber auftreten.

Da der Impfstoff neu ist, gibt es für die Anwendung noch keine offizielle STIKO-Empfehlung. Dieses Gremium gibt leider nur einmal im Jahr eine offizielle Impfempfehlung ab und die Befürwortung des den meisten von Ihnen  bekannten Rotavirus-Impfstoff hat mehrere Jahre gedauert.

Vom Land empfohlen ist die Impfung (Stand: Februar 2014) in Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Generell ist aber davon auszugehen, dass Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko für Meningokokken-B-Erkrankungen die Impfung erhalten sollten. Das sind z.B. auch alle Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche. Besonders wichtig ist eine Impfung auch für:

  • Patienten mit Immundefekten oder fehlender bzw. nicht funktionsfähiger Milz
  • Gefährdetem Laborpersonal
  • Reisenden in Gebiete mit endemischen Meningokokken-B-Infektionen
  • Bei Häufungen oder Ausbrüchen mit der Serogruppe B veröffentlichen die Gesundheitsämter ggf. einen Aufruf zu Impfung, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Auch bisher ungeimpfte enge Kontaktpersonen sollten neben der empfohlenen Chemoprophylaxe (Antibiotikum) so bald wie möglich eine Impfung erhalten.

Es erstatten bereits mehrere BKKs, die AOK und weitere Ersatzkassen die Schutzimpfung gegen Meningokokken B in bestimmten Fällen. Bitte fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach einer Kostenübernahme. Oft wird nach Einreichen der Impfbelege im Einzelfallverfahren erstattet. Privatversicherte sollten sicherheitshalber bei ihrer Krankenversicherung nachfragen. Private Krankenversicherungsunternehmen erstatten meist die ärztlich empfohlenen Impfungen problemlos.

Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, soll nicht geimpft werden. Auch wer überempfindlich gegen Bestandteile des Impfstoffs ist oder an einer Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) bzw. an einer Blutgerinnungsstörung leidet, sollte die Impfung nicht erhalten.

Bei schwangeren Frauen müssen Nutzen und Risiken einer Meningokokken-Schutzimpfung sehr sorgfältig abgewogen werden. Bisher gibt es keine Daten über Auswirkung der Meningokokken-B-Impfung während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit. Zu weiteren Fragen berät Sie der Impfarzt.

Der Geimpfte bedarf keiner besonderen Schonung, ungewohnte körperliche Belastungen sollten aber innerhalb von 3 Tagen nach der Impfung vermieden werden. Bei Personen, die zu Kreislaufreaktionen neigen oder bei denen Sofortallergien bekannt sind, sollte der Arzt vor der Impfung darüber informiert werden.

Nach der Impfung kann es neben der angestrebten Immunität und damit dem Schutz vor der Erkrankung an der Impfstelle sehr häufig zu Schmerzen, Rötung, Juckreiz und Verhärtungen kommen. Dies ist Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff und tritt meinst innerhalb von 1 – 3 Tagen, selten länger anhaltend, auf. Ebenfalls innerhalb von 1 – 3 Tagen kann es – selten länger anhaltend – auch zu Allgemeinsymptomen wie einer Temperaturerhöhung bis über 38°C und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit und Durchfall kommen. Ebenfalls sehr häufig werden Muskel- und Gelenkschmerzen ähnlich grippalen Beschwerden bei > 11-Jährigen gesehen. Häufig wird ein Hautausschlag beobachtet. Bei Säuglingen und Kindern treten sehr häufig Schläfrigkeit und ungewöhnliches Schreien/Weinen auf, gelegentlich bei Fieber auch Fieberkrämpfe. Säuglinge und Kleinkinder, die zu Fieberkrämpfen neigen, können vorsorglich fiebersenkende Mittel erhalten. In der Regel sind die genannten Reaktionen vorübergehend und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Impfkomplikationen sind sehr seltene, über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgehende Folgen der Impfung, die den Gesundheitszustand des Impflings deutlich belasten. Allergische Reaktionen wie z.B. Nesselsucht werden gelegentlich beobachtet.

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V., Marburg (nach den aktuellen STIKO Empfehlungen)

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12.11.2013

Ein großes Anliegen ist mir, an die Budgetierung der Heilmittelverordnungen zu erinnern, wobei man nicht jedem unruhigen oder unkonzentrierten Kind Ergotherapie und auch nicht jedem Kind mit einer Sprachauffälligkeit Logopädie verschreiben kann, da die Störung zur Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse eine ERHEBLICHE sein und KRANKHEITSWERT haben muss. Natürlich wäre eine großzügige Verordnung schön, hält aber den Prüfungen der Kassenärztlichen Vereinigung / der Krankenkassen nicht stand und muss dann im Nachhinein vom verordnenden Arzt/der verordnenden Ärztin im Regressverfahren selbst getragen werden. Ich bitte um Verständnis, dass wir Kinderärzte uns an die strikten Vorgaben halten müssen.

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27.09.2013

Der Grippeimpfstoff ist da! Die echte Grippe ist eine virale Infektionskrankheit, die Menschen jeden Alters betrifft und in jährlichen Epidemien auftritt. Die Viren werden in bestimmte Untergruppen eingeteilt (Influenza A und B mit verschiedenen Stämmen) und durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch, auch indirekt über kontaminierte Oberflächen auf Hände und Schleimhäute übertragen.  Meistens verläuft die Erkrankung als außergewöhnlich starke Erkältung mit plötzlichem hohen Fieber, Schnupfen und Husten sowie heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Die Inkubatioszeit beträgt 1-2 (-4) Tage. Die Ausscheidungsdauer 3-7 Tage nach Krankheitsbeginn, bei schweren Verläufen und immungeschwächten Personen zum Teil länger. Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen sind relativ häufig (bis zu 30%); lebensbedrohliche Verläufe (Herzbeteiligung, Kreislaufversagen) treten gelegentlich bei Kindern und Erwachsenen mit chronischen Grunderkrankungen und im fortgeschrittenen Alter auf. Manchmal sind schwerste Verläufe allerdings auch bei vorher Gesunden zu beklagen. Die auf die Grippe zurückzuführenden Todesfälle in der Deutschland bewegen sich zwischen 2000 bis 18.000 (im Winter 08/09) pro Saison!!!

Im letzten Winter (ab Ende Dezember bis Mitte März) hatten wir eine der stärksten Grippewellen der letzten Jahre. In der Saison 2012/2013 gingen auf das Konto der echten Grippe insgesamt 32.000 Krankenhausaufenthalte und 4,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für die Eltern an Grippe erkrankter Kinder. Diese Zahlen sind dem Saisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch-Instituts zu entnehmen.

Viele Schulkinder unserer Praxis waren wochenlang nicht in der Schule und viele Klein- und Kindergartenkinder waren bis Mai immer wieder durch fortlaufende Infekte krank. Diese hatten häufig ihren Ursprung in der anfänglichen Influenza mit nachfolgend empfindlichen Atemwegen, die sprichwörtlich jeden Infekt „mitgenommen“ haben. Auch der erheblich „dunklere Winter“ hat nach den wissenschaftlichen Untersuchungen zu dem oft quälend langen „Infektwinter“ 2012/13 beigetragen.

In den USA wird zur Impfung von Säuglingen ab dem 6. Monat ausdrücklich „ermutigt“, die ständige Impfkommission STIKO hat sich für Deutschland bislang nicht dazu entschieden.  Ich persönlich empfehle die Grippeschutzimpfung bei allen Kindern und Eltern und besonders dringend bei chronisch Kranken und Kindern mit empfindlichen Atemwegen. Kinder mit Gruppenbetreuung im jungen Alter (Krippe und Kindergarten) sind allgemein besonders infektionsgefährdet. Kinder mit Schulstress und langen Schulstunden zum Beispiel im G8-Modus sind oft nicht viel an der frischen Luft und durch längere Fehlzeiten in der Schule bei der Influenza erhöht sich, nach den Erfahrungen der letzten Jahre, erheblich der Stress für die ganze Familie.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen als Eltern, ich berate und unterstütze Sie gerne. Bitte denken Sie auch an die Vitamin-D-Prophylaxe in den Wintermonaten und eine vitaminreiche Ernährung in der Infektzeit. Wie die meisten Eltern schon wissen, können wir Ihnen eine homöopathische Impfbegleitung empfehlen, die die Impfreaktion abfedern hilft.

Weitere Informationen zur Grippe (Influenza) und Grippeschutzimpfung sind abrufbar unter: www.rki.de/impfen sowie www.stiko.de.

Die Grippeschutzimpfung kann jeder, der für sich und/oder seine Kinder das Erkrankungsrisiko verringern möchte, zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen.

Die Impfung mittels Pieks schützt zu 70-90% vor der Grippe, insbesondere vor deren Komplikationen. Sie muss jährlich im Herbst wiederholt werden.

Seit letztem Jahr gibt es in Deutschland den nasalen Grippeimpfstoff „FLUENZ©“, bei dem lebende, abgeschwächte Grippeviren in der Nase einen Minischnupfen auslösen und eine lokale Abwehrbarriere errichten gegen die gefährlichen Verwandten. Diese Impfviren sterben bei normaler Körpertemperatur ab, können also keine schweren Allgemeinerkrankungen auslösen. Zur Sicherheit gilt bei FLUENZ© wie bei allen anderen Lebendimpfungen, dass besonders immungeschwächte Personen, zum Beispiel nach/ unter Chemotherapie nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden dürfen.

Der nasale Grippeimpfstoff wird mit einem Nasenspray in jedes Nasenloch gesprüht, riecht nicht schlecht und brennt nicht. Er ist besonders bei 2-6Jährigen zu empfehlen. In diesem Lebensalter ist die Schutzwirkung durch die Pieksimpfung nicht so gut (eher 50-80%). Daher erstattet in diesem Alter auch die gesetzliche Krankenversicherung diesen etwas teureren Impfstoff. Ab 6 wird nur der Pieksimpfstoff bezahlt. Auf Wunsch können Sie den nasalen Impfstoff als individuelle Gesundheitsleistung dennoch für Ihr Kind kaufen (Kosten ca. 23 €).

Privatversicherte bekommen in der Regel zwischen 2-17 Jahren sowohl die nasale Lebendimpfung wie auch die klassische Pieksimpfung von ihrer Krankenkasse erstattet.

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01.07.2013

Liebe Eltern! Endlich ist es soweit! Pusteblume goes online! Auf unserer Internetseite erhalten Sie neben den üblichen Informationen zu unserem Praxisangebot, unseren Räumen und unserem Team Informationen, Tipps und Infos über Ihr hoffentlich gesundes oder bald wieder gesundes Kind. Das Internet hält eine Fülle ungefilterter Informationen bereit, welche sicher oft gute Hilfestellung, aber auch so manches Mal große Verwirrung bringen können oder für den medizinischen Laien nicht immer verständlich und lebensnah dargestellt werden. Fernziel ist es, Ihnen und Euch zu allen in der Praxis regelhaft vorkommenden Erkrankungen und Massnahmen- zum Beispiel die Ansteckungsgefahr bei Ringelröteln oder die richtige Inhalationstechnik bei Asthma- so zu vermitteln, wie Sie/ Ihr es in meiner Praxis gewohnt sind/ seid. So kann das Gehörte nochmals nachgelesen oder Unsicherheiten und Angst vermieden werden.

Sie sind der Leuchtturm ihres Kindes in bewegter See und wir wollen Sie darin so gut und umfassend wie möglich unterstützen.

Ihre Dr. Miriam Le Goff und Praxisteam