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Zeckenstich

Zecken halten sich gern in hohem Gras oder in feuchtem Laub auf. Beim Blutsaugen können sie die Viren der Frühsommer-Gehirnentzündung (FSME), und die Bakterien der Borreliose übertragen. Das Krankheitsbild der Borreliose ist je nach Verlauf sehr unterschiedlich und die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann Wochen bis Monate betragen.

Die in Europa am häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung ist die Borreliose. Im Unterschied zu den FSME-Erregern ist das Auftreten der Bakterien, welche die Lyme-Borreliose verursachen können, nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt. Schätzungsweise 5 bis 35 Prozent der Zecken sind europaweit mit diesen Borrelien, infiziert und sie können überall auftreten. Die Risikogebiete der FSME finden sich bereits um Frankfurt und um Marburg an der Lahn und im Odenwald, beliebte Ausflugsziele und Klassenfahrtsorte für unsere Region.

Zecken richtig entfernen 

  • Zecken sollten möglichst sofort mit einer Pinzette entfernt werden. Gerade bei der Borreliose ist die Übertragung in den ersten 12 Stunden nach Stich unwahrscheinlich.
  • Fassen sie die Zecke im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut (niemals am vollgesogenen Körper!).
  • Ziehen Sie die Zecke vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus.
  • Achten Sie darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird. Hierdurch könnte mit Krankheitserregern infizierter Speichel oder Darminhalt vermehrt oder schneller übertragen werden.
  • Bedecken Sie die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack!
  • Desinfizieren Sie die Wunde nach Entfernen der Zecke sorgfältig.
  • Eine Rötung direkt nach dem Stich ist eine Wundinfektion, aber keine Borreliose! Desinfektion oder antiseptische Gele wie z.B. Tyrosur (rezeptfrei in der Apotheke) sind hier meist ausreichend.
  • Melden Sie sich bei uns, wenn Ihr Kind nach einem Zeckenbiss nach ca 10 bis 14 Tagen allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Kopfschmerzen Muskelschmerzen und Abgeschlagenheit zeigt. Charakteristisch für eine Borrelieninfektion ist daneben in etwa 90% der Fälle die sogenannte Wanderröte, Erythema migrans, eine sich ringförmig ausbreitende Rötung mit blassem Mittelfeld, die an der Einstichstelle, aber auch an anderen Körperstellen auftreten kann. Eine Borreliose kann durch die rechtzeitige Gabe von Antibiotika schnell und endgültig behandelt werden.

Schutz vor Zeckenstichen

  • Da eine Impfung nur gegen FSME, nicht aber gegen Borreliose möglich ist, sollten Sie Zeckenstiche nach Möglichkeit vermeiden. Wir beraten Sie gerne zur FSME-Impfung.
  • Ziehen Sie sich und Ihrem Kind beim Aufenthalt in möglichen Zeckengebieten feste Schuhe an. Achten Sie auf helle Kleidung, die den Körper weitestgehend bedeckt. Hierauf lassen sich die Zecken leichter auffinden.
  • Suchen Sie nach dem Aufenthalt in möglichen Zeckengebieten den Körper aller Beteiligten sorgfältig nach Zecken ab: Bevorzugte Saugstellen sind am Kopf, Haaransatz und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen, am Bauchnabel oder am Hoden.
  • Es gibt Mücken- und Zeckenschutzmittel in Drogeriemärkten und Apotheken

 

Weitere Infos zu den übertragenen Krankheiten finden Sie unter:

https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/borreliose-lyme-krankheit/symptome-krankheitsbild/

https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/fsme-fruehsommer-meningo-enzephalitis/was-ist-fsme-eine-fruehsommer-meningo-enzephalitis/

Karte: FSME Risikogebiete